Gegen rassistische Trittbrettfahrer: Jeder ist unserer Nothilfe wert

In den vergangenen Wochen machten vor verschiedenen Nothilfe-Einrichtungen in Nürnberg wiederholt rassistische Stimmungsmacher auf sich aufmerksam. Von diesen Gruppen und ihren diskriminierenden Botschaften grenzen wir uns als städtische Wohlfahrtsträger ausdrücklich ab. Dabei unterbinden wir heute und in Zukunft auch jeden ihrer Versuche, vor unseren Toren Spenden unter Berufung auf rassistische, zutiefst unsolidarische Beweggründe an einige wenige, ausgewählte Bedürftige zu verteilen, während andere Ausgrenzung erfahren.

Denn wir bekennen uns zu einem humanistischen, wertschätzenden Menschenbild – ohne Ausnahmen:

Als Wohlfahrtsverbände handeln wir aus der Überzeugung, dass jeder Mensch wertvoll und einzigartig ist. Die Individualität und Selbstbestimmtheit jedes Menschen verstehen wir als gesellschaftlichen Schatz und zugleich als Aufgabe: Denn die Würde jedes Einzelnen und sein Recht auf Selbstentfaltung erleben wir im Miteinander unserer Stadt nicht als selbstverständlich, sondern als Ideal, für das es sich täglich einzusetzen gilt.

So begegnen wir auch jedem Hilfesuchenden offen, ohne Ansehen der Person. Wir unterscheiden unsere Mitmenschen nicht nach würdig oder unwürdig – nach Leistungsvermögen, nach Herkunft, Hautfarbe, Religion, oder sonstigen gruppenspezifischen Zuschreibungen. Unsere Angebote gelten jedem, der sie nötig hat.

Wir setzen uns ein für Integration, Gleichberechtigung und Solidarität:

Wir wollen Benachteiligungen abbauen und eintreten für eine menschenwürdige Gesetzgebung und eine chancengerechte Gesellschaft. Wir wirken mit an der Gestaltung unserer Stadt, in der alle Menschen einen Platz haben. Gerade in politisch aufgeheizten, unruhigen Zeiten setzen wir uns ein für ihr gleichberechtigtes Zusammenspiel und Solidarität untereinander.

Mit diesem Ziel vor Augen treten wir ein gegen Ausgrenzung und gegen rassistische, menschenfeindliche Parolen. Wir widersprechen Hetzern, die lange bestehende gesellschaftliche Probleme einigen, wenigen Menschen anlasten wollen, die bei uns Zuflucht suchen. Wir setzen uns ein, für den Schutz von Geflüchteten und deren gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander in Nürnberg. Damit es uns gelingt in Frieden miteinander zu leben, brauchen wir gegenseitiges Verständnis und Austausch. Als Träger verschiedenster sozialer Dienste und Einrichtungen in Nürnberg wollen wir dafür Gemeinschaft stiften und Missgunst entgegenwirken.

Wir verwehren uns deshalb gegen jede Form verbaler wie gewalttätiger Übergriffe und schauen nicht passiv zu, wenn Menschen in unserer Nachbarschaft ausgegrenzt, bedroht oder gar angegriffen werden. Hier sind die Grundwerte und Grundrechte unserer Verfassung in Gefahr, hier greift Gleichgültigkeit um sich und verroht unser Miteinander.

Für die sozialen Wohlfahrtsverbände ist neutral bleiben hier keine Option. Wir stehen solidarisch auf Seiten der Schutz- und Hilfesuchenden – mit unserem professionellen Einrichtungen und Beratungsdiensten wie mit all unseren ehrenamtlich getragenen Projekten.

 

Gudrun Dreßel, Vorsitzende Kreis-AG der Freien Wohlfahrt Nürnberg & Vorstandssprecherin Stadtmission Nürnberg e.V.

Michael Schobelt, Vorstand Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg e.V.

Michael Schwarz, Direktor Caritasverband Nürnberg e.V.

Christiane Paulus, Geschäftsführerin PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V., Bezirksverband Mittelfranken

Brigitte Lischka, Geschäftsführerin, BRK-Kreisverband Nürnberg-Stadt

 

 

Meldung vom: 16.03.2017
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