„Ein Herzensjob am Bahnhof“

Die Nürnberger Bahnhofsmission braucht dringend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Interessierte sind herzlich eingeladen, den Infoabend oder individuelle Schnupperdienste wahrzunehmen. Helmut Schmidt ist seit zehn Jahren begeistert dabei.

Der Ehrenamtliche Helmut Schmidt von der Bahnhofsmission in Nürnberg sorgt dafür, dass Kinder getrennter Familien am Wochenende sicher zu ihren Eltern reisen.

Der 74-jährige Helmut Schmidt engagiert sich seit zehn Jahren bei der Bahnhofsmission in Nürnberg.

Helmut Schmidt steht am Mittwochnachmittag am Nürnberger Hauptbahnhof an Gleis 20. An der einen Hand hält er die fünfjährige Ida, in der anderen Hand einen kleinen, bunten Kinder-Trolley. Helmut Schmidt bringt Ida zu ihrem Papa. 3 ½ Stunden sind die beiden dafür im Regionalzug nach Chemnitz unterwegs. Ohne Helfer wie Helmut Schmidt könnte Ida ihren Papa nicht jede zweite Woche sehen. Die beiden getrennt lebenden Eltern können die Kleine wegen ihres Berufes nicht selbst beim Pendeln begleiten.

Der 74-Jährige Rentner ist ehrenamtlicher Reisebegleiter bei der Bahnhofsmission in Nürnberg. Zwei Mal im Monat übernimmt er hier eine vier- bis achtstündige Begleitfahrt, zusätzlich zu seinem wöchentlich sechsstündigen Einsatz in der Bahnhofsmission Nürnberg. Mütter und Väter wissen, dass sie dem Bahnhofsmissionsteam ihre Kinder anvertrauen können. Aber auch erwachsene Menschen mit geistigen oder körperlichen Handicaps sind dankbar für ihre Hilfe. Für sie sind die ehrenamtlichen Helfer/innen der Bahnhofsmission Barriereräumer, die es ihnen ermöglichen, selbstständig und mobil zu bleiben. Häufig reicht es schon, wenn am Nürnberger Hauptbahnhof beim Umsteigen geholfen wird. Für Helmut Schmidt ist sein Ehrenamt ein Herzens-Job und ein wichtiger Baustein in seinem sehr aktiven Seniorenalltag. „Hier am Bahnhof bin ich für das Zwischenmenschliche da“, meint der 74-Jähirge. Seit mehr als zehn Jahren ist der pensionierte Krankenpfleger bei der Bahnhofsmission engagiert und fühlt sich wohl in dem bunten Team. Seither habe er sehr viele, extrem unterschiedliche Menschen kennengelernt. Am Bahnhof komme alles zusammen, sagt er. „Existenzielle menschliche Not trifft hier auf banalen Alltag“. Die Arbeit am Bahnhof relativiere oft die eigenen Sorgen, meint Schmidt. Dabei ist er offen für jedermensch und für alle Schwierigkeiten: „Den einen bringe ich die eigenen Kinder, anderen erkläre ich den Fahrplan, wieder andere sind glücklich über eine Tasse Tee und ein offenes Ohr.“

Nürnberger Bahnhofsmission braucht dringend ehrenamtliche Helfer/innen

Diese wichtige, niederschwellige Hilfe, die die Bahnhofsmission in Nürnberg leistet, wird zu 80% von Ehrenamtlichen gestemmt. Je mehr Frauen und Männer sich engagieren, desto mehr Hilfe kann geleistet werden. Und das betrifft Rentner und Familien ebenso wie Menschen mit Handicaps oder Frauen und Männer in Notsituationen.

In folgenden Einsatzbereichen können sich ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren:

  • Unterstützung von Reisenden, die Hilfe am Bahnsteig benötigen, Beratung und Weitervermittlung von Menschen in unterschiedlichen Notsituationen, die am Bahnhof unterwegs sind, mit einem Einsatz von 6 Stunden pro Woche, mindestens aber 14-tägig
  • Reisebegleiter und Reisebegleiterinnen für Kinder und Erwachsene in Regionalzügen mit Einsatz vorwiegend am Wochenende, 1-2x pro Monat mit ca. 6-8 Stunden pro Einsatz.

Schnupperdienst für Interessierte

Um die Aufgaben kennen zu lernen, bietet die Bahnhofsmission „Schnupperdienste“  an.

Berufliche Vorerfahrungen oder besondere Kenntnisse muss keiner vorweisen. Bei ein bis drei Schnupperdiensten können Interessent/-innen die vielfältige Arbeit am Bahnhof kennenlernen. Wer weitermachen möchte, wird danach gründlich im kollegialen Team der Bahnhofsmission eingearbeitet.

Das wichtigste was Frauen und Männer, die am Bahnhof helfen wollen, mitbringen müssten, sei Zuverlässigkeit, Offenheit und Empathie im Umgang mit Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen, sagt Anita Dorsch. Sie leitet die Nürnberger Bahnhofsmission. Wichtig sei auch, dass sich die Ehrenamtlichen psychisch und körperlich stabil fühlten und ihre Aufgaben praktisch und optimistisch angehen würden, erklärt Dorsch.

Wer im Bahnhofsmissions-Team mitwirkt, wird regelmäßig für die Arbeit fortgebildet. Interessierte wenden sich mit ihren Fragen gern jederzeit an:

Bahnhofsmission Nürnberg

Frau Anita Dorsch und Frau Bettina Behringer
Hauptbahnhof Mittelhalle Untergeschoss

Bahnhofplatz 9 |90443 Nürnberg
T. ( 0911) 217 19 50 oder (0911) 229 96
anita.dorsch@stadtmission-nuernberg.de

 

Infoveranstaltung für Interessierte

Die Bahnhofsmission Nürnberg lädt auch ein zur Infoveranstaltung für interessierte Ehrenamtliche am Donnerstag, den 21. Juni 2018 um 16.00 Uhr in der Bahnhofsmission.

Meldung vom: 07.06.2018
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