Hilfe im Leben

30 Jahre DAMUS: Hier finden Menschen mit Handicap zurück in den Job

In Deutschland sind jedes Jahr fast 30 Prozent aller Erwachsenen von einer psychischen Erkrankung betroffen. Manche erkranken so stark, dass sie nicht mehr in vollem Umfang oder gar nicht mehr arbeiten können. Sie verlieren dann schlimmstenfalls nicht nur ihren Job, sondern auch ein Stück ihrer Identität. Die DAMUS gGmbH, ein gemeinnütziges Inklusionsunternehmen der Stadtmission Nürnberg, ermöglicht Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer Schwerbehinderung die Rückkehr in den allgemeinen Arbeitsmarkt – und das schon seit 30 Jahren.

 

Das Foto zeigt einen Maler der Damus gGmbH.
Wenn der Job wieder Spaß macht: Bei der Damus gGmbH werden Mitarbeitende eng begleitet. Davon profitieren auch die Kunden*innen. Foto: Stadtmission Nürnberg/Verena Fährmann

Was 1996 mit einem idealistischen Selbsthilfeprojekt im kleinsten Rahmen begann, hat sich zu einem leistungsfähigen Inklusionsunternehmen entwickelt. Heute beschäftigt die DAMUS mit Sitz in der Allersberger Straße in Nürnberg rund 120 qualifizierte Mitarbeitende und bietet ihren Kundinnen und Kunden professionelle Dienstleistungen in den Bereichen Maler- und Lackierarbeiten, Fliesenlegerarbeiten, Gebäudereinigung sowie Haus- und Fahrdienste an. Das Besondere daran: Hohe Dienstleistungsqualität und wirtschaftliches Handeln gehören dabei ebenso zum Selbstverständnis wie der soziale Auftrag.

Mitarbeitende mit Brüchen im Erwerbsleben

Und dieser ist wichtiger denn je. Denn die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert. Die Anforderungen an Beschäftigte sind gestiegen. Flexibilität, Leistungsfähigkeit, Mobilität und ständige Veränderungsbereitschaft prägen heute viele Berufsbiografien. Doch nicht jeder und jede kann mit diesen Veränderungen Schritt halten. Nicht selten führen persönliche Krisen, psychische Erkrankungen oder andere gesundheitliche Einschränkungen zu Brüchen im Erwerbsleben samt Jobverlust.

Genau hier setzt die DAMUS an: „Wir schaffen inklusive Arbeitsplätze, die den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes entsprechen und gleichzeitig auf die individuellen Möglichkeiten unserer Mitarbeitenden Rücksicht nehmen“, erläutert DAMUS-Geschäftsführer Carsten Speidel. „Verlässliche Strukturen und ein unterstützendes Arbeitsumfeld helfen dabei, Fähigkeiten weiterzuentwickeln, Sicherheit zurückzugewinnen und neue berufliche Perspektiven aufzubauen.“ Konkret sieht das so aus: Die Mitarbeitenden werden fachlich intensiv angeleitet und von einem Sozialdienst bei der Bewältigung individueller Probleme unterstützt.

Etwas Sinnvolles und ein klarer Ablauf: „Es passt einfach alles“

Ein Konzept, das aufgeht, wie die Biografien der Mitarbeitenden zeigen: „Die Arbeit bei der DAMUS tut mir gut. Es ist eine Abwechslung, ich sitze nicht nur zu Hause, sondern tue etwas Sinnvolles. Ich habe einen klaren Ablauf, die Arbeitszeiten und Tage reichen mir vollkommen und es passt einfach alles“, schildert eine Reinigungskraft, die ihre Erwerbsminderungsrente durch eine stundenweise Beschäftigung aufstockt.

Und ein langjähriger Mitarbeiter berichtet: „Ich habe vor 20 Jahren bei der Firma DAMUS angefangen, ganz normal als Facharbeiter beziehungsweise Malergeselle. Vor der DAMUS habe ich in einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Da wurde immer nur auf die Leistung geschaut und auf das, was man am Tag an Stunden oder Quadratmetern schaffen muss. Wenn man das nicht geschafft hat, wurde man schräg angeschaut. Hier bei der DAMUS wird auf den Einzelnen und seine Bedürfnisse eingegangen.“ Mittlerweile hat der langjährige Mitarbeitende sogar seinen Maler- und Lackierermeister gemacht und ist selbst für die Fachanleitung der inklusiven Mitarbeitenden zuständig.

„Wir schauen nicht auf kurzfristige Erfolge, sondern wollen Arbeits- und Beschäftigungsplätze anbieten, an denen schwerbehinderte Menschen dauerhaft am Arbeitsleben teilhaben können“, so Geschäftsführer Speidel. „Denn das kommt am Ende nicht nur den Beschäftigten und unseren mit Dienstleistungen beauftragende Kundinnen und Kunden zugute, sondern davon profitiert die ganze Region.“

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