Hilfe im Leben

Deutsche Fernsehlotterie fördert neues Projekt mit 77.000 Euro

Was möchte ich einmal werden? Und wie komme ich da hin? Diese Fragen beschäftigen viele Heranwachsende. Antworten finden junge Menschen mit Fluchterfahrung in einem neuen Projekt der Stadtmission Nürnberg e.V. Mit „IAV 2.0“ begleitet der Sozialverbund Teilnehmende bis 25 Jahre auf ihrem Weg in und durch eine erfolgreiche Ausbildung – mit großzügiger Unterstützung der Deutschen Fernsehlotterie.

Trotz schwacher Konjunktur: Wenn die Generation der Babyboomer bis 2035 in Rente geht, wird die Suche nach Fachkräften für Betriebe noch schwieriger. So prognostiziert es das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Eine Entwicklung, der man jedoch nicht tatenlos zusehen muss: Wer den beruflichen Nachwuchs erfolgreich ausbildet, investiert in die Fachkräfte von morgen und sichert den Standort Deutschland.

„Gemeinsam Schätze heben“

Hier setzt das Projekt „IAV 2.0 – individuelle Ausbildungsvorbereitung junger Menschen mit Migrationsgeschichte“ an. „In Nürnberg leben viele junge Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen. Und sie bringen oft jede Menge ungenutzte Talente und Fähigkeiten mit. Gemeinsam wollen wir diese Schätze heben“, nennt Christian Teleki, Einrichtungsleiter Asyl und Migration bei der Stadtmission, das zentrale Projektziel.

IAV 2.0 setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: Berufsorientierung und individuelle Förderung, Abbau von Vermittlungshemmnissen, Reduktion von Abbruchquoten sowie den Jobpaten*innen. „Mit dem ersten Modul unterstützen wir den Nachwuchs dabei, einen realistischen und passenden Beruf zu wählen“, erklärt Projektmitarbeiter Herbert Biebl. „Wir sehen uns die Stärken, Neigungen und Interessen der Jugendlichen und jungen Heranwachsenden an. Anschließend entwickeln wir ganz individuell eine tragfähige Ausbildungsperspektive.“ Steht das erste berufliche Ziel fest, werden die Teilnehmenden fit für die Lehre gemacht: Workshops und Training helfen dabei, Sprachdefizite abzubauen, Schulabschlüsse nachzuholen und erfolgreiche Bewerbungen zu schreiben. Auch die sozialen Kompetenzen werden gestärkt.

77.000 Euro gegen abgebrochene Ausbildungen

Ist der Ausbildungsvertrag dann unterschrieben, können die Berufseinsteiger weiterhin auf die Unterstützung der Stadtmission bauen. Individuelle Feedbackgespräche, gezielte Motivation und maßgeschneiderte „Nachhilfe“ beugen möglichen Abbildungsabbrüchen frühzeitig vor. Dazu tragen auch die Jobpaten*innen bei, die ihren Schützlingen bei Fragen rund um Schule und Ausbildung stets zur Seite stehen – verlässlich und auf Augenhöhe.

Björn Bracher, Bereichsleiter für Hilfen in besonderen Lebenslagen bei der Stadtmission, freut sich, dass die Finanzierung des Projekts aktuell gesichert ist – dank der Deutschen Fernsehlotterie: „Wir danken der Deutschen Fernsehlotterie sehr herzlich für die großzügige Förderung. Sie ermöglicht es uns, junge Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte individuell zu begleiten, ihnen Orientierung zu geben und sie auf ihrem Weg in eine stabile Ausbildung zuverlässig zu unterstützen. Damit schaffen wir gemeinsam echte Chancen für eine gelingende berufliche Zukunft.“

Die Übergabe des symbolischen Schecks über 77.000 Euro erfolgte durch Stephan Masch, Repräsentant der Deutschen Fernsehlotterie, im Christine-Kreller-Haus. „Junge Menschen brauchen faire Chancen, ihre Talente zu entfalten und ihren beruflichen Weg erfolgreich zu gehen. Dieses Projekt verbindet individuelle Förderung mit konkreter Zukunftsperspektive und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration und zur Fachkräftesicherung. Dieses nachhaltige Engagement unterstützen wir sehr gerne“, so Masch. Alleine im Jahr 2025 schüttete die Deutsche Fernsehlotterie über 70 Millionen Euro an mehr als 400 karitative Projekte in Deutschland aus. Auf den Freistaat Bayern entfielen dabei 52 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 10,2 Millionen Euro.

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