„Seid gütig zueinander, seid barmherzig“ – dieses Leitmotiv zieht sich durch den druckfrischen Jahresrückblick der Stadtmission Nürnberg und Diakonie Erlangen. Auf 48 Seiten veranschaulichen spannende Berichte aus den verschiedenen Einrichtungen des Unternehmensverbunds, worum es dort bei der täglichen Arbeit geht: barmherzig sein und Haltung zeigen. Die Tafel Erlangen beispielsweise verschreibt sich diesem Credo bereits seit 30 Jahren. Grund zum Feiern? „Ja, wir feiern“, sagt Tafel-Leiter Johannes Sikorski, stellt aber klar: „Allerdings mit einem weinenden Auge, weil die Tafeln noch immer unverzichtbar sind.“ Wie sich die Arbeit der Tafel in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert hat, verrät unser Artikel.
Unverzichtbar ist auch das Hilfsangebot der TelefonSeelsorge. Sie gilt als verlässliche Kontaktstelle für Menschen in akuten Krisen. Anfang 2026 hat die Einrichtung ihr Angebot erweitert und bietet seitdem auch die Beratung über einen Online-Chat an. „Mit dem Chat holen wir Menschen ab, die sich nicht anzurufen trauen. Gerade bei schambesetzten Themen fällt das Tippen leichter als das Sprechen“, ist sich Sozialpädagogin Sandra van Eldik sicher.
„Es ist so beruhigend zu wissen, dass jemand da ist und mich unterstützt“, sagt Sina (Name geändert). Vor vielen Jahren erkrankte die heute 60-Jährige schwer, seit 2019 wird sie von der „Assistenz um Wohnen für Menschen mit seelischer Erkrankung“ unterstützt. Die Einrichtung hilft im Haushalt, bespricht mit den Kienten*innen aktuelle Herausforderungen und schließt damit die Lücke zwischen stationärer Reha und einem selbständigen Leben in der eigenen Wohnung. Für viele Erkrankte bedeutet das: mehr Eigenständigkeit und weniger Klinikaufenthalte.
Eigenständigkeit und Verlässlichkeit lernt auch Sophie. Die Elfjährige lebt seit zwei Jahren im Martin-Luther-Haus (MLH) und kümmert sich dort regelmäßig um die Tiere des zugehörigen Jugendbauernhofs. Das klappt so gut, dass sogar der etwas scheue Esel auftaut, wenn Sophie vorbeischaut: „Max hat nicht so viel Angst vor mir. Er weiß, dass ich ihn immer an seinen Lieblingsstellen streichle.“ Mit der tiergestützten Intervention erreichen Brigitte Jacobi und ihr Team verschiedene Ziele. „Die Kinder wechseln aus ihrer Rolle als Versorgte in die der Versorgenden. Das stärkt ihr Selbstwertgefühl“, erläutert die Sozialpädagogin. So kommen die Bewohner*innen zur Ruhe, lernen aber auch, sich an Absprachen zu halten.
Neugierig geworden? Im aktuellen Jahresrückblick 2025/2026 erwarten Sie noch viele weitere interessante Geschichten rund um unsere Arbeit. Hier geht’s direkt zur digitalen Ausgabe.




