Für Johannes Knaup und seine Frau Ingrid (Namen geändert) ist das Julius-Schieder-Haus der Stadtmission eine vertraute Adresse. „Für uns sind die Menschen hier zu einer zweiten Familie geworden“, erzählen die beiden. Mehrmals pro Woche ist das Ehepaar in der Pirckheimerstraße zu Gast. Die Kurs-Angebote im Haus verleihen seinem Alltag Struktur und helfen ihm, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben.
Über 600 Hilfesuchende allein im vergangenen Jahr
Johannes Knaup hat eine schwere Depression hinter sich, seine Frau litt ebenfalls unter Depressionen – so wie viele der über 600 Ratsuchenden, die allein im vergangenen Jahr vom SPDI betreut wurden. Das Ehepaar Knaup kam 2008 zum ersten Mal zur Beratung ins Julius-Schieder-Haus. Mittlerweile hat es sich so sehr stabilisiert, dass es nicht nur an den Angeboten teilnimmt, sondern selbst ehrenamtlich mithilft. Ingrid Knaup backt jeden Donnerstag Kuchen für den Café-Treff. Ihr Mann leitet die Tischtennis- und die Fahrradgruppe an und unterstützt den Hausmeister in der Pirckheimerstraße.
Der Sozialpsychiatrische Dienst der Stadtmission macht seinen Klientinnen und Klienten ein umfangreiches niedrigschwelliges Angebot, das in der Region nahezu einmalig ist. Aktuell finden wöchentlich 24 verschiedene Bewegungs- und Kreativ-Kurse statt: vom Malen übers Töpfern bis hin zum Sitz-Tanz. Rund 200 Besucherinnen und Besucher werden dadurch erreicht; in erster Linie langjährig seelisch kranke Menschen, die infolge ihrer Erkrankung meist nicht mehr berufstätig sind und kaum Kontakte zu Angehörigen und Bekannten haben. Die Treffen im Julius-Schieder-Haus und das Miteinander in den Kursen helfen aus der Isolation heraus. „Meist entwickeln sich langfristige Kontakte zu anderen Betroffenen, aber auch zu den Mitarbeitenden. Diese Kontaktangebote wirken stabilisierend und verhindern Rückfälle“, sagt Einrichtungsleiterin Anke Frers.
„Viele gehen beschwingt hier raus“
Ute Römer-Laska kann das nur bestätigen. Die Sozialpädagogin hat bis vor einiger Zeit selbst in der Beratung des SPDI gearbeitet, jetzt gibt sie Sitz-Tanz-Kurse. Acht bis zehn Seniorinnen und Senioren nehmen teil. Um Leistung geht es hier nicht. Römer-Laska erlebt, wie die Teilnehmenden durch die Verbindung von Musik und Bewegung loslassen können. „Sie können eine Stunde lang ihre Sorgen vergessen. Sie können so sein, wie sie sind. Sie werden akzeptiert und gesehen. Viele gehen beschwingt hier raus.“
Viele Besucherinnen und Besucher leiden zudem unter Geldsorgen. Reguläre Kurse können sich die wenigsten leisten. Auch deshalb sind die niedrigschwelligen Angebote im SPDI unersetzlich. Diese werden hauptsächlich über Spenden refinanziert. „Damit wir diese wichtigen Angebote für seelisch kranke Menschen auch weiterhin im gewohnten Umfang aufrechterhalten können, benötigen wir weitere Spenden“, sagt Kai Stähler, Vorstandsvorsitzender der Stadtmission. „Wir freuen uns über jede Unterstützung. Jeder Beitrag ist willkommen.“ Eine Spende über 50 Euro ermöglicht einer Person die Teilnahme an der Malgruppe. Mit 150 Euro lassen sich für sechs Monate die Materialkosten für die Töpfergruppe finanzieren.
„Die einzige Möglichkeit, andere Menschen zu treffen“
Wie wertvoll die Kurse sind, erfährt das Team um Einrichtungsleiterin Anke Frers immer wieder in berührenden Rückmeldungen. „Die Vorfreude auf die Kurse ist jedes Mal groß und die Erinnerungen danach sind sehr schön. Oft ist es für mich die einzige Möglichkeit, andere Menschen zu treffen“, sagt eine 45-Jährige. Und eine 52-Jährige drückt es so aus: „Es bringt Licht in das dunkelste Seelentief.“
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