Herausforderungen und Chancen
Neben der ambulanten Demenzbetreuung gibt es für Ehrenamtliche die Möglichkeit, bei den Treffen der Demenzgruppe mitzuhelfen, die jeden Dienstag zwischen 14:00 und 16:30 Uhr in einem Gruppenraum im ersten Stock des Maria-Busch-Hauses in Erlangen zusammenkommt.
Die Gruppenbetreuung arbeitet nach der MAKS-Methode. »Das heißt, es gibt einen kleinen Abschnitt, in dem die Motorik mit Gymnastikübungen oder Sitztänzen geübt wird. Ein Teil beschäftigt sich mit alltagspraktischen Dingen. Hier wird mit den Händen gestaltet oder gebastelt. Ein weiterer Bereich widmet sich sozialen und spirituellen Themen«, erklärt Kopp. »Wir leben ein soziales Miteinander, feiern gemeinsam Geburtstage und Feste im Jahresverlauf. Wir überlegen uns immer wieder interessante Themen, um darüber gemeinsam zu sprechen. Das ›K‹ in MAKS bedeutet kognitiv. Wir rätseln viel und spielen Gesellschaftsspiele, bei denen unsere Gäste gefordert, aber nicht überfordert sind. Wichtig ist, dass jeder das Gefühl bekommt, etwas beitragen zu können, was letztlich das Selbstwertgefühl steigert.«
Wiederkehrende »Rituale« wie der Sitzkreis, Bewegungsübungen und gemeinsames Kaffeetrinken geben den Gästen der Demenzbetreuung Struktur. Ebenso Ziel des Projekts sei, Einsamkeit und Isolation zu durchbrechen und damit Betroffenen und deren Angehörigen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.
Sinnvolle und erfüllende Aufgabe
Demenz geht alle an. Aus diesem Grund bildet die Diakonie Erlangen ehrenamtliche Demenzbegleiter*innen aus. Jede*r Interessierte kann dabei mehr über das Thema und den Umgang mit demenziell veränderten Menschen erfahren. Im Kurs geht es auch um Grundlagen zur Demenz, Geriatrie, Gerontologie, Aktivitäten für Betroffene und Biografiearbeit.
Inge Dannert hatte nach 45 Jahren in der Patientenbetreuung der Onkologie in der Frauenklinik nach einer sinnvollen und erfüllenden Aufgabe für ihre Rentenzeit gesucht und sich zur Demenzbegleiterin ausbilden lassen: »Die Arbeit mit den Senioren macht mir viel Freude und sie spüren, dass ich meine Einsätze jeden Moment liebe. Ich brauche keine Geschenke – wenn meine Seniorinnen und Senioren strahlend sagen: ›Inge, wir freuen uns, wenn du wiederkommst‹ ist das für mich das größte Geschenk. Ich helfe von Herzen gerne und freue mich, wenn andere sich freuen.«
Text: Sabine Weißenborn