Fit für die Ausbildung

Was möchte ich einmal werden? Und wie komme ich da hin? Diese Fragen beschäftigen viele Heranwachsende. Antworten finden junge Menschen mit Fluchterfahrung in einem neuen Projekt der Stadtmission Nürnberg. Mit »IAV 2.0« begleitet der Sozialverbund Teilnehmende bis 25 Jahre auf ihrem Weg in und durch eine erfolgreiche Ausbildung – mit Unterstützung der Deutschen Fernsehlotterie.

77.000 Euro für erfolgreiche Ausbildungen:

Christian Teleki (l.), Einrichtungsleiter Asyl und Migration bei der Stadtmission, nahm den symbolischen Scheck von Stephan Masch (Deutsche Fernsehlotterie, 2. v. l.) entgegen. Mit im Bild: Björn Bracher (Bereichsleiter für Hilfen in besonderen Lebenslagen bei der Stadtmission, r.) und Herbert Biebl (Projektmitarbeiter IAV, 2. v. r.) 

Trotz schwacher Konjunktur: Wenn die Generation der Babyboomer bis 2035 in Rente geht, wird die Suche nach Fachkräften für Betriebe noch schwieriger. So prognostiziert es das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Eine Entwicklung, der man jedoch nicht tatenlos zusehen muss: Wer den beruflichen Nachwuchs erfolgreich ausbildet, investiert in die Fachkräfte von morgen und sichert den Standort Deutschland.

 

 

Hier setzt das Projekt »IAV 2.0 – individuelle Ausbildungsvorbereitung junger Menschen mit Migrationsgeschichte« an. »In Nürnberg leben viele junge Menschen mit Migrationshintergrund und Flucht­erfahrungen. Und sie bringen oft jede Menge ungenutzte Talente und Fähigkeiten mit. Gemeinsam wollen wir diese Schätze heben«, nennt Christian Teleki, Einrichtungsleiter Asyl und Migration bei der Stadtmission, das zentrale Projektziel.

IAV 2.0 setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: Berufsorientierung und individuelle Förderung, Abbau von Vermittlungshemmnissen, Reduktion von Abbruchquoten sowie den Jobpaten*innen. »Mit dem ersten Modul unterstützen wir den Nachwuchs dabei, einen realistischen und passenden Beruf zu wählen«, erklärt Projektmitarbeiter Herbert Biebl. Steht das erste berufliche Ziel fest, werden die Teilnehmenden fit für die Lehre gemacht: Workshops und Training helfen dabei, Sprachdefizite abzubauen, Schulabschlüsse nach­zuholen und erfolgreiche Bewerbungen zu schreiben. 

Ist der Ausbildungsvertrag dann unterschrieben, können die Berufs­einsteiger weiterhin auf die Unterstützung der Stadtmission bauen. Individuelle Feedbackgespräche, gezielte Motivation und maßgeschneiderte »Nachhilfe« beugen möglichen Abbildungsabbrüchen frühzeitig vor. Dazu tragen auch die Jobpaten*innen bei, die ihren Schützlingen bei Fragen rund um Schule und Ausbildung stets zur Seite stehen – verlässlich und auf Augenhöhe.

Björn Bracher, Bereichsleiter für Hilfen in besonderen Lebenslagen bei der Stadtmission, freut sich, dass die Finanzierung des Projekts aktuell gesichert ist – dank der Deutschen Fernsehlotterie: »Wir danken der Deutschen Fernseh­lotterie sehr herzlich für die großzügige Förderung. Damit schaffen wir gemeinsam echte Chancen für eine gelingende berufliche Zukunft.« 

Die Übergabe des symbolischen Schecks über 77.000 Euro erfolgte durch Stephan Masch, Repräsentant der Deutschen Fernsehlotterie, im Christine-Kreller-Haus. »Junge Menschen brauchen faire Chancen, ihre Talente zu entfalten und ihren beruflichen Weg erfolgreich zu gehen. Dieses Projekt verbindet individuelle Förderung mit konkreter Zukunftsperspektive und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration und zur Fachkräftesicherung. Dieses nachhaltige Engagement unter­stützen wir sehr gerne«, so Masch.

Text: Alexander Reindl


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