Jugend-Reha

Ganzheitliche Therapie ab Herbst 2020

Die Jugend-Reha nimmt voraussichtlich im September 2020 ihren Betrieb auf. Informieren Sie sich gerne bereits jetzt über das Konzept und die Aufnahmebedingungen der Einrichtung.

Überblick

Rehabilitationseinrichtung für psychisch erkrankte Jugendliche

Zum Teil entwicklungsbedingte Krisen bewältigen und lernen, mit der eigenen psychischen Erkrankung zu leben. Wieder am sozialen Leben teilhaben. Einen Plan für die persönliche Zukunft entwickeln. In der Jugend-Reha der Stadtmission Nürnberg können Jugendliche mit schwerwiegenden psychischen Erkrankungen im Alter zwischen 14 und 18 (ggf. bis 21) Jahren genau an diesen Zielen arbeiten und behandelt werden.

In der neuen medizinischen Rehabilitationseinrichtung der Stadtmission können sich betroffene Teenager stabilisieren und langsam auf ihren Schul- und Lebensalltag im gewohnten Umfeld vorbereiten. Die mehrmonatige Reha soll sie davor bewahren, Drehtürpatienten*innen in psychiatrischen Kliniken zu werden.

Einzigartig in Nordbayern

Die Jugend-Reha ist die einzige Einrichtung dieser Art für Jugendliche in ganz Nordbayern. Bundesweit gibt es bisher nur wenige vergleichbare, größere Jugend-Rehas. Die nächstgelegene davon im südbayerischen Peiting-Herzogsägmühle. Die Einrichtung in Nürnberg schließt somit eine Versorgungslücke in unserer Region. Denn wenn professionelle Hilfe für die Teenager nicht hunderte Kilometer vom Wohnort entfernt ist, fällt es Jugendlichen und ihren Eltern leichter, auch frühzeitiger eine längerfristige Rehabilitation anzutreten.

Ziele & Inhalte der stationären Therapie

Ziele

Die Reha-Behandlung hat zwei wesentliche Ziele im Fokus:

  1. Gesundheitliche Stabilisierung, wenn dies durch Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken oder eine ambulante Behandlung im regulären Lebensumfeld nicht nachhaltig gelingt
  2. Soziale und berufliche Teilhabe der Jugendlichen

Die stationäre Rehabilitation ist ganzheitlich ausgerichtet. Sie setzt sich zusammen aus medizinischen, psychologischen, gesundheits- und entwicklungsfördernden Hilfen. Die Behandlung erfolgt durch altersspezifische und auf die Zielgruppe angepasste Therapieangebote.

Während der Rehazeit sollen die Jungen und Mädchen ihre z.T. entwicklungsbedingten psychischen Krisen bewältigen können oder mit chronischen Erkrankungen selbstständig leben lernen. Neben der medizinischen und therapeutischen Arbeit werden die Teenager während ihrer Reha beschult und/oder auf Ausbildung und Beruf vorbereitet. Auch durch hauswirtschaftliches Training und verschiedenste freizeitpädagogische Angebote wird die Entwicklung und Genesung der Jugendlichen unterstützt.

Die Jugend-Reha bietet 28 jungen Menschen ein Zuhause auf Zeit: In der neuen Einrichtung leben sie in 4 WG-ähnlichen Gruppen zusammen. Alle bewohnen jeweils ein eigenes Zimmer.

Zudem befindet sich die Jugend-Reha im Stadtgebiet Nürnberg im Nordostpark und ist gut an das städtische Leben angebunden. Und das nicht ohne bestimmten Grund: Die Jugendlichen sollen nicht isoliert auf dem Land leben. Sie sollen während ihrer Genesungszeit eine gute, aktive Anbindung an das städtische Gemeinwesen, an Schule und betriebliche Praktikumsplätze haben. Die Teenager sollen alltägliche Dinge erleben, um für ein eigenverantwortliches Leben vorbereitet und gestärkt zu werden.

Schulbetreuung

Oft kommen die Jugendlichen aufgrund ihrer Erkrankung im Schulunterricht nicht mehr mit. Das macht Druck und belastet. Damit die Angst, etwas zu verpassen, den Jugendlichen genommen wird, besteht für alle schulpflichtigen, aber krankheitsbedingt nicht schulfähigen Jugendlichen die Möglichkeit zum Schulbesuch in der sogenannten Schule für Kranke.

Der Unterricht in der Schule für Kranke erfolgt mit gestuftem Anforderungsniveau mit 3 Anforderungsstufen von 1 bis 2 Stunden Schulbesuch täglich in Stufe 1 bis zu einem vollen Schultag in Stufe 3. Unerlässlich ist die enge Verzahnung von Reha-Maßnahme und dem schulischen Angebot, das die Jugendlichen Schritt für Schritt wieder an die Anforderungen einer Regelschule oder die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung heranführt. Ziel ist es, die Jugendlichen zum Besuch einer Regelschule vor Ort bzw. nach Ende der Rehabilitation die Rückkehr an die Herkunftsschule zu befähigen. Besondere Beachtung bei der Beschulung findet neben der Erkrankung die Förderung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Das Schulgebäude der Martin-Luther-Schule befindet sich in fußläufiger Entfernung zur Reha-Einrichtung (ca. 500m). 

Die Betreuung der Jugendlichen übernimmt ein multiprofessionelles Team aus Fach-Ärzten*innen, Therapeuten*innen, Mitarbeitenden im Gruppendienst und eine Hauswirtschaftskraft.

Die Behandlungsdauer richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Jugendlichen und kann zwischen 6 und 18 Monaten betragen.

Aufnahme & Kosten

Diagnose

Die Einschluss-Diagnosen der Rehabilitation nach ICD 10 lauten: Schizophrenie, affektive Störungen, neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen, Persönlichkeitsentwicklungs- und Verhaltensstörungen, tiefgreifende Entwicklungsstörungen, Autismusspektrumsstörungen, Verhaltens- und emotionale Störungen.

Der Antrag für die Jugend-Reha ist beim zuständigen Rehaträger (i.d.R. der Krankenkasse) formlos zu stellen. Dem Antrag beizufügen sind:

  1. Gutachten/Stellungnahmen des bisher behandelnden Kinder- und Jugendpsychiatrischen Krankenhauses oder der bisher behandelnden Kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung eines Allgemeinkrankenhauses oder des bisher behandelnden Facharztes,
  2. sonstige vorliegende ärztliche Gutachten und Befundberichte,
  3. Stellungnahme der voraussichtlich aufnehmenden Jugendrehabilitation nach persönlicher Vorstellung.

Vorstellungs- und Infotermine in der Einrichtung sind ab 01. September 2020 möglich.

Die hauptsächlichen Kostenträger der Reha-Maßnahmen sind die gesetzliche Kranken- und die Rentenversicherung.

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Kontakt & weitere Informationen

Bärbel List Einrichtungsleiterin

(0911) 935955-74

baerbel.list@stadtmission-nuernberg.de

Hilfe im Leben – Stadtmission Nürnberg